Donau Rudertour 2025

14.01.2026

Noch einmal zurückschauen, eintauchen in die Sommertour 2025 und einen Bericht darüber schreiben. Wenn mich KollegInnen neugierig fragen, wie es denn war und ich Anekdötchen erzähle und wieviel ich gegessen habe, fragen sie auch: «und war es nicht meditativ?»

Ja natürlich! Und wunderschön! Jeden Tag auf einem kräftigen strömenden Fluss, grüne Ufer, üppig bewachsen und abwechslungsreich: frisches helles Grün, da pflücken wir uns jetzt Wassersalat! Vögel und Elfen - nein Enten, Graugänse und ein Eisvogel, dem wir nochmal nahezurudern versuchen, aber er entschwebt, ohne dass ich sein Blau bewundern konnte - dahinter mal Felder, Anhöhen oder steile Felsen (Donaudurchbruch bei Kloster Weltenburg), auch mal bekrönt mit einer Befreiungshalle (Kelheim).

Ja immer wieder kann man sich stundenlang in der Landschaft versenken, schön im Gleichtakt mit den andern schlagen oder das Boot lenken, herrlich! Die Spiegelbilder im Wasser betrachten, den Bäumen unter die Krone linsen… Ich ertappe mich, wissen zu wollen, was man da denn sieht, mehr als von der Seite? So wie am Abend vorher, als wir noch kurz auf der Dult waren und die Regensburger Dodo und Helmut im Hahnzelt besuchten, bei denen jeder sich am Maibaum versuchen durfte, um eine Mass zu gewinnen. Die Madel im Dirndl schlupften ins Gstälti- und das eben war ein rechtes Gewurschtel, bis es sass und gewährte kleine Blicke unter Röcke, janusode… Auch Sabine versuchte sich und gestand anschliessend klitschnass geschwitzt von ihren vielen Versuchen, Halt zu fassen und sich hochzuschieben «Helmut hat mich hochgezogen». Reihum genossen wir mit ihr die Mass und dachten, anders geht das wohl auch gar nicht, der Stamm ist viel zu glatt, keine Chance! Da kann das Zelt noch so toben und begeistert anfeuern, ohne die Kraft am Boden gewinnt wohl fast niemand einen Zentimeter. Bravo für alle, die es dennoch wagen!

An diesem Tag wurden wir freundlicherweise von 4 RegensburgerInnen begleitet, ortskundige unermüdliche RuderInnen (sogar unser Best-Ager Stephan wurde getoppt von einer Lady Helga im unglaublichen Alter von 89 Jahren (wieviele Ausrufezeichen sind hier angemessen für alle SeniorInnen, die mit ihrer Erfahrung weiterhin in Boote steigen, mitrudern, mitdenken, Wissen teilen?)). Zunächst staunten wir über den Regensburger Ruder-Klub von 1890 e.V., riesig, toll aufgeräumt und das glaubst Du nicht, mit den besten Persern ausgelegt, prächtige orientalische Teppiche in verschiedenen Grössen- möglicherweise hier im finish für einen originalen vintage-look? Jedenfalls gabs eine Bootseinteilung Hiesige gemischt mit Gästen und besprochen wurde, dass 2 Boote die kleine Schleuse nutzen und 3 Boote treideln über einen Wasserlauf neben der Schleuse. Am Seil müsse man das Boot halten, auch am Ruder und dann mit 100km/h nebenher rennen- sei ganz einfach. Ich wusste nicht, ob ich froh sein sollte, in einem Schleusenboot zu sitzen oder bedauern, dass ich das Abenteuer nicht live erleben konnte. Haben alle verletzungsfrei überstanden und die Tempoangaben haben sich relativiert. Auch die Verabredung, wer Schleuse, wer treidelt, wurden resolut oder eigensinnig angepasst: wer zuerst fährt, ist zuerst drin…es ist zum Schmunzeln und kam immerhin nicht zum ‘Schleudeln’. Wir genossen die Fahrt auf Donau und Nebenfluss Regen, konnte gemütlich auswassern und ein zünftiges Picnic mit Brez’n und Weisswurscht geniessen, ein bisschen mehr mit Gertrud, Dodo, Helga und Alois schwätzen, ihr prächtig blaues Boot Patrona Bavariae betrachten und später wieder zurückfahren. Viele viele Dankeschöns werden ausgesprochen an alle vom RRK beim Abschied.

Jetzt hab’ ich meine Berichtschreibung für ein paar Tage unterbrochen und es fühlt sich an wie eine Donauversickerung. Weg. Wusst’ ich nicht, dass da viel Wasser versickert. Nicht so auf den von uns beruderten Abschnitten. Wobei auf den Kiesbänken bei Weltenburg auch der Bus mit Bootsanhänger versoffen, trotz `höremoluffzfahre!’, erzählte man uns.  Glücklicherweise waren Helfer mit Equipment vor Ort und konnten das Gefährt wieder flottmachen! Und wir genossen ein bequemes Auswassern nach unsern ersten 23km, die wir seit dem Start in Vohburg gerudert waren. Angeleitet von unsern 3 Helfern Stefan Camenzind, Ruedi Wild und Peter Vils betteten wir die Boote kopfüber in den Kies. Um von dort nächstentags wieder zu starten. Das folgende Auswassern war nicht so kommod. Gemauertes Ufer mit schmaler senkrechter Bootseinlassstelle. Glitschig. Gab Platscher und nasse Leute. Und pro Boot jeweils eine neue Methode, hier wieder auszusteigen. Ein Déjà-vu war dabei: Vreni am Heck fast (!) im Wasser sitzend, der Spitz ist schon an Land und diesmal halten sie ihn flacher, Säcke schwimmen schon an der Wasseroberfläche und können grad noch geschnappt werden… Die Landjohanne beginnen, ihre Methoden zu verfeinern, zeigen sich erfinderisch und gewieft und bei jedem der kommenden Ausstiege gibt es Verbesserungen! Matten, die die Boote schonen und Ausrutschen verhindern. Farbige Bändel, die Bootszugehörigkeiten der Ausleger und Sitze markieren, nach Nummern geordnete Ruder am Ufer. Unsere Gruppe verwandelt sich dabei fast in eine Truppe.

Eine der grössten Herausforderungen ist die Geduld, die aufgebracht werden muss, damit die im Boot unter den Planken verschwundene Verschliessung der wasserdichten Smartphon-Hülle der Fotografin Stephanie wieder hervorgefischt werden kann, während alle Boote abgeriggert und aufgeladen werden sollen! Wir haben das gemeistert! Mit Hilfe der papierenen, gefalteten Bootseinteilungsliste, die Marcel täglich mit sich trägt! Und in Erwartung eines superleckeren Picnics von Ruedi und Peter, Risotto, frisch zubereitet und köstlichst!  Diesmal kein «Marcel was hani bschtellt?!» nötig und quasi zu Füssen der Walhalla, die man mit ein paar Schritten durch die Büsche bewundern konnte. Nachdem wir ausgiebig geruht und gesonnt hatten gab es noch eine Führung durchs alte Rathaus von Regensburg. Der eine oder andere wünschte sich die wortreiche strenge Führung auf Bayrisch, hätte sie dann an sich vorbeiplätschern lassen können, weil nix verstanden, vielen wurde unbehaglich bei den Bestrafungs- und Foltermethoden im zweiten Teil und alle waren wohl froh, anschliessend noch selber in Regensburg herumzuschlendern, bis es mal wieder ein leckeres Znacht gab. Das beste derselben muss auch erwähnt werden: in der Schlosswirtschaft in Heitzenhofen am Abend davor. Feinstes Essen, sehr schön präsentiert und ganz tolle aufmerksame Kellner. An unserem Tisch entspannen sich persönliche intensive Gespräche und der lange Tisch vis-à-vis wollte gar nicht mehr aufstehen und die Heimfahrt antreten. Dabei hatten Stefan und Ruedi Kunststücke vollbracht (und Bekanntschaften geschlossen… …), um den riesigen Reisecar zu parkieren, der fast zwischen den engen mittelalterlichen (?) Mauern steckengeblieben war. Steinern und mauern und mittelalterlich ist jedenfalls die berühmte Steinerne Brücke in Regensburg, die wir gefühlt täglich überquerten und auf der auch das Fotoshooting mit den neuen T-Shirts von Marcel mit den DoppellöwInnen (noch nicht offizielles Logo des SCZ) stattfand.

Und wisst ihr noch, das Eichhörnchen, das am ersten Tag heranschwamm, in ein Boot jumpte, durchhüpfte und an der anders Seite wieder raus?!

Am Schluss soll noch gedankt sein Fritz und Maria für den feinen Apéro, Alfons in Abwesenheit auch einen Apéro, sowie Stephan Fröhlich die Getränke am letzten Mittagessen, dem ‘Reiseunternehmen Wild und Camenzind’ und Marcel mit Peters Hilfe für die ganze Organisation! Es war erlebnisreich und toll und gänzlich gelungen! Danke!

Franziska Pflug