Herbstrudertour 2025

14.01.2026

Vor der Tour ist nach der Tour – oder nach der Tour ist vor der nächsten Tour

So auch in diesem Falle. Die Auslandsrudertour an der Donau ist knappe 4 Wochen her, schon stand die nächste Rudertour an. Die alljährliche Herbstrudertour. Wie üblich, blieben wir auch für die diesjährige Herbstrudertour in der Schweiz, denn für 2 Tage weiter weg zu fahren, macht wenig Sinn und die Schweiz hat ja auch zahlreiche Gewässer, die zum Rudern einladen. So stand dieses Jahr die Aare am Programm.

Doch von Anfang an. Für manch eine klingelte der Wecker zeitiger, für andere ein paar Minuten später. Während die einen bereits um 06.10 in Eglisau in den Bus – gefahren durch Urs P. - Richtung Mythenquai stiegen, trudelten die anderen in Zürich im Seeclub ein und begrüssten einander. Die Sitzplätze in den beiden Bussen waren zugeteilt und schon waren wir abfahrbereit. Naja fast, denn der erste Bus mit dem Anhänger hatte kaum das Tor passiert, so ging das automatische Tor bereits wieder zu – bevor der zweite Bus gelenkt durch Peter V. – und der Bus stand vor verschlossenem Tor. Nachdem niemand von den 9 in dem Bus Sitzenden den Torbadge griffbereit dabeihatte, hiess es wieder Gepäck ausladen, Badge suchen, aus dem am Clubparkplatz parkierten Auto holen, warten, ehe das Tor auf war, rausfahren, und noch kurz warten, sodass auch der fehlende Passagier – der seinen Badge wieder in sein Auto legte – zustieg. Puh, was für eine Abfahrt morgens um 07.00 Uhr! Beide Busse kamen pünktlich und nach der vorgegebenen Zeit in Biel an, sodass wir mit geballter Kraft – bei Wind und wenig Sonne - die 4 Boote abladen, aufriggern und fahrbereit machen konnten. Sobald die Boote fertig waren, gab es noch die Information zur jeweiligen Bootseinteilung und schon ging es los. Während der „Frosch“ mit Urs B., Ruedi S., Stephan B., Reto S. und Dani O., bereits im Wasser war, stellte die Mannschaft vom C-Gig „Rhône“ fest, dass die Ausleger auf der Backboardseite falsch aufgeriggert wurden, also wieder abriggern und dann neu positionieren, sodass auch der Ausleger von Position 1 auf Position 1 war. Also Tipp 1: immer genau schauen, ob auch die Ausleger auf den richtigen Positionen sind.

„Doubs“ mit Bootschef Thomas S., und Franziska P., Maya M., René M. und René L. machte sich fahrbereit ehe dann auch „Rhône“ mit dem Bootschef Marcel B., und der Mannschaft rund um Marcel K., Margot L., Heidi O. und Renée Nicole W., folgte. „Marne“ mit dem Bootschef Urs P., und der Mannschaft rund um Andres B., Godi H., Vreni A. und Ruedi D., war dann auch abfahrbereit und schon ging es – die ersten 2.5KM auf der Zihl – Richtung der Schleuse „Port“ auf der Aare weiter. Dort konnten wir dann zu viert in die Schleuse einfahren, sodass wir nicht allzu viel Zeit verloren. Durch eine Schleuse zu rudern war wie immer eine Erfahrung. Man lernt spätestens da, geduldig im Boot zu sitzen, Vertrauen an den oder die Bootschefin zu haben, die – hoffentlich – schon Schleusenerfahrung hatte und erfreute sich dann umso mehr, die Schleuse hinter sich gelassen zu haben. Uff, geschafft! Während des Absenkens kam die Frage auf „werden wir hinuntergelassen oder hinauf?“. Nun ja, nach wenig Schlaf waren wohl solch eine Frage berechtigt

Nach der Schleuse hiess es dann, die Aare stromabwärts rudern, die Aussicht geniessen – dies galt vor allem für jene, die diese Gegend zuvor noch nicht kannten und wie sich herausstellte, war dies für mehr als nur 1 Person der Fall; Glück gehabt, musste nicht nur ich mich als Nichtkennerin der Region hier outen – und dann und wann eine kurze Pause einlegen, um die Positionen Schlag und Steuer zu tauschen. Bei den einen sah dies sicherer aus als bei anderen. Doch es gab ja keine Haltungsnoten, niemand flog ins Wasser, also alles gut.

Gute 14KM weiter wurde dann beim Kanu Club Grenchen – wo wir im dann auch umliegenden Restaurant „Fischerhuus“ das Mittagessen genossen - ausgewassert. Die beiden Landjohanne, die auch die Busse fuhren – Peter V. und Werner G.,-unterstützten jedes ankommende Boot und halfen wo es nur ging. Kaum im Restaurant angekommen, waren wir dankbar, dass der Tourenobmann Marcel K., auch die Übersicht der Essensbestellung griffbereit hatte, denn manch einer hatte seine Bestellung – ob Fisch, Fleisch oder Vegi – bereits vergessen. Dennoch gab es ein kleines – sagen wir – Chaos, aber das gehört dazu und wie gesagt, verhungert war niemand.

Während es draussen bereits zu stürmen anfing, traf Marcel K., die für uns richtige Entscheidung – die Tour für heute hier abzubrechen, statt sich der Gefahr durch Wind wobei eher Sturm und Regen auszusetzen. So wurden die Boote schnell abgeriggert und wieder aufgeladen, die jeweiligen RuderInnen nahmen in den Bussen wieder Platz und schon ging es Richtung Solothurn, wo wir dann den Nachmittag unter Regen und Sturm wie auch immer verbrachten. Godi H., nahm den Zug nach Eglisau retour, während Peter H., zu uns dazustiess. So waren wir an beiden Tagen 22 TourenruderteilnehmerInnen, darunter 2 Landjohanne und 20 RuderInnen.

Zum anschliessendem Abendessen trafen wir uns alle wieder im Restaurant „Salzhaus“ – die einen vom Hotel „Roten Ochsen“ gingen die wenigen Meter zu Fuss, die RuderInnen vom Hotel „Bären“ fuhren mit dem Bus hin. Die Gespräche wurden von köstlichem Essen, ein paar Worten des Tourenobmanns Marcel K. und Andres B. – dem zweitältesten Teilnehmer, der eine kurze historische Anekdote rund um das Aarburger Flussrudern erzählte – abgerundet. Und so kam es, dass sich der erste Tag der zweitägigen Herbstrudertour dem Ende zuneigte.

Die jüngsten der TourenruderInnen gingen zuerst, während die einen oder anderen noch sitzenblieben und dann entweder direkt in die Hotels zurückkehrten, oder das Solothurner Nachtleben noch etwas auskostet.

Nichts mit ausschlafen am Sonntag, denn es ging dann auch wieder weiter; wir fuhren nach Wangen an der Aare, wo wir uns wieder trafen, die Boote abluden, wieder aufriggert und fahrbereit machten. Zudem lauschten wir der heutigen Bootseinteilung – das alles unter strömendem Regen und einem Regenbogen. Doch wir trotzten dem Regen und ruderten los. Manch einer war morgens fitter als der andere, was sich daran bemerkbar machte, dass da und dort das Ruder falsch drinnen war, die Dolle in die falsche Richtung zeigte, oder das Stemmbrett nicht so festgeschraubt war, wie einst gedacht. Nun ja, auch das gehört dazu, und spätestens dann waren alle wach.

Zuerst ging auch heute wieder der „Frosch“ aufs Wasser, ehe „Rhône“ mit Vreni A., als Bootschefin und Maya M., René M., Ruedi D., und Werner G., folgte. „Doubs“ mit Urs P., als Bootschef mit Margot L., Thomas S., Peter H. und Renée Nicole W. ruderte als nächstes Boot los, ehe dann noch „Marne“ mit Heidi O. als Bootschefin und Marcel B., Andres B., Franziska P. und René L. das Feld komplettierte. Während wir die Aare abwärts ruderten, fuhren Marcel K. und Peter V. zum ersten Kraftwerk„Bannwill“, halfen uns dort mit dem Auswassern, Übersetzen und wieder ins Wasser einsetzen.

„Rhône“ wurde von dem dortigen – sagen wir Lift – hochgehoben – während die anderen die sehr schaukelige Aktion vermieden und über das Kies auswasserten und mittels eines Wagens zur Einwasserungsstelle transportiert wurden. Es galt aufzupassen, denn die Treppen, über die wir wieder einsteigen mussten, waren sehr rutschig. Das eine oder andere Boot nutzte die „quasi“ Pause um Schlag gegen Steuer zu tauschen und richtete sich für die verbleibenden 6KM – bis zum Kraftwerk „Wynau“ wieder ein. Die Landschaft war traumhaft und zeigte sich dann – ohne Regen – von seiner herbstlichen Seite. Bei der einen Brücke galt es sicherheitshalber den Kopf einzuziehen, man weiss ja nie. Manchmal ist es von Vorteil nicht im ersten ankommenden Boot zu sitzen, sondern Nachkömmling zu sein, denn so ersparten wir uns die mehrmaligen Anlegeversuche, die das erste Boot zu absolvieren hatte, ehe es anlegen konnte. Zwei der vier Boote wurden noch bei der Ausladestelle hingelegt, während die zwei anderen Boote die 400M zur Einwasserungsstelle gebracht wurden, um dann nach dem gemeinsamen Mittagessen in Wolfwil gleich wieder losrudern zu können.

Die Steuerleute hatten während des Mittagessens nochmals die genauen Hinweise erhalten, wie die kommenden „Wildwasserstellen“ – und davon kamen ein paar – zu meistern seien, um bestmöglich durchzukommen. Und ja, diese „Wildwasserstellen“ waren nicht ohne. So kam es dann auch, dass wir alle mehr oder weniger Wasser in den Booten hatten, und beim Auswassern achtgeben mussten, wo wir beim Boot standen, um nicht nochmals eine Dusche abzubekommen.

Die verbleibenden 14KM vom Mittagessen zum RC Aarburg meisterten wir alle noch bei Sonnenschein, ehe es dann – nachdem die Boote verladen waren, Marcel K., noch die
Schlussworte sprach, ein Stück Kuchen vernascht wurde, und die Busse richtig besetzt waren – zu schütten begann. Das nennt man Timing!
Wie schnell doch so ein Herbstrudertourwochenende vergeht! Wir hatten uns doch erst im Clubhaus Zürich getroffen und dort die C-Gigs verladen und schon waren wir wieder hier, luden die C-Gigs ab, riggerten diese auf, ehe sie ihren Platz im Clubhaus fanden und wir uns voneinander verabschiedeten.

Nun ja, vor der Tour ist nach der Tour bzw. nach der Tour ist vor der Tour. Die diesjährige Herbsttour ist nun auch schon wieder Geschichte und die letzte verbleibende gemeinsame – durch den Tourenobmann Marcel K. organisierte Ausfahrt – für dieses Jahr ist die „Ausfahrt der Eisernen“, die dann noch am 30. November anstand. Mal sehen, ob diese ihrem Namen gerecht wird. Wir werden es bald merken.

Marcel K., und den Busfahrern Peter V., Urs P., Werner G. und René L. an dieser Stelle nochmals DANKE von uns allen. Ihr macht jede Tour zu einer einzigartigen Tour, wo das dabei sein, schon Teil des Jahresprogrammes ist. Umso mehr bleibt es spannend, wo die Rudertouren 2026 hingehen werden.

In diesem Sinne danke und auf bald!
Dr. Renée Nicole Wagner, Oktober 2025


Offrecord Meldungen:

  • «Habe keine Zeit den Bericht zu lesen, muss mich im Alter aufs Kuchenessen konzentrieren»
  • Beifahrerkommentare zur Route von der zweiten Bank aus – «gib Gas aber nicht zu viel, da hat’s ein Blitzer»
  • «Auch d härtesten wurden weich und zogen lange Hosen an»
  • In der Schleuse kam d Frage auf: «geht’s rauf oder runter?»
  • «Im Zug habe ich viel Platz.»
  • «Bleibst du länger, die Tour dauert doch nur 2 Tage oder vereist du, weil du 4 Gepäcksstücke mithast?» (sagte Peter H., der nur erst am Samstagabend dazustiess)
  • «Hast du keine kalten Beine», «nein, die sind nur alt»

Kurzversion:

schöne Tour, idyllische Landschaft, April Wetter im Oktober, statt Indian Summer eher immer wieder Sturm «Amy» und dessen Ausläufer, toller Mix von Profis -ehemaligen Regattierenden - die ihre Erfahrungen an hoch motivierte RuderInnen weitergaben, gutes Essen, gute Gespräche, wenig Schlaf, viel Spass.