Moldau Rudertour 2026

02.09.2026

«Von den steilen Felswänden der Moldau bis in das Herz der goldenen Stadt Prag – vom ländlichen, ins urbane Leben»

Mit diesen Worten vom Tourenobmann Marcel K. wurden wir auf die diesjährige Auslandsrudertour eingestimmt, und diese Worte haben uns – Andres B., Bea A., Brigitta T., Franziska P., Fritz F., Geri E., Godi H., Hans M., Heidi O., Heike S., Heini I., Korinna H., Linn S., Loes H., Marcel K., Maria S., Michael S., Peter V., René L., René-Pierre M., Ruedi D., Stephan F., Thomas S., Vreni A. und mir - über all die Tage begleitet. Denn ja, es war wie vorhergesagt, eine Rudertour durch abwechslungsreiches Revier voller sportlicher und landschaftlicher Highlights.

Als wir am Montag, 24. August in den durch Ruedi W. – danke an dieser Stelle an dich und dass du uns bis zur Rückkehr am 29. August gefahren hast – gesteuerten komfortablen Bus stiegen, wussten wir nur, was im Vorabprogramm stand; dass wir – 11 Frauen und 14 Männer, sowie 2 Begleiter mit Bus und Anhänger - nach Tschechien fahren werden, dort in etwa 110 Kilometer rudern werden, wer aller dabei sei, dass wir wechselnde Wasserstände, kleine Schleusenmanöver und eine einzigartige Perspektive auf Böhmens Kulturlandschaft erleben würden. Und ja, das traf auch alles zu, zusätzlich zu viel Spass, tollem Austausch untereinander, tollem spätsommerlichem Ruderwetter – und Bilder, die wir nie vergessen werden.

Manch einer der Seeclub Zürich RuderInnen war noch nie auf einer Auslandstour mit. Das machte jedoch nichts, denn die Neulinge wurden herzlichst aufgenommen und sind bestimmt auch bei der nächsten (Auslands-)Rudertour wieder dabei.

Nun gut, wir fuhren also am 24. August nach Nebřich – Tschechien – starteten vor Ort mit dem Zimmer beziehen im Hotel Laguna, ehe es gleich zum Abendessen überging. Doch so ruhig sollte es nicht bleiben, wir waren ja auf Rudertour. Bevor wir noch am nächsten Morgen die Boote abluden, instruierte uns Stefan C. welche Farbe zu welchem Boot gehörte, - blaue, weisse, gelbe, graue, rote „Challons“ galt es uns zu kennen - dass wir diese Farbeinteilung auch stets beibehalten und zu beachten haben, um die jeweiligen Bestandteile immer richtig zuordnen zu können und nicht unnötiges Chaos reinzubringen. Zu den Farben gehörten auch stets klare und deutlich vernehmbare Kommandos. Also riggerten wir am Dienstag die 5 C-Gigs (Rhône, La Saille, Marne, Doubs und den vom «RIZ» ausgeliehenen Light) auf, lauschten der Bootseinteilung durch Marcel K., platzierten uns entsprechend der Aufteilung durch den jeweiligen Bootschef in unseren Booten und schon ging es am Orlik Stausee, in Osada Kovářov, los.

Traumhaft, mehr kann man dazu nicht sagen. Rundherum eine traumhafte Natur, Ruhe, Entspannung und trotz niedrigem Wasserstand – dies war vor allem jeweils an den Mauern ersichtlich – für uns RuderInnen kein Nachteil und kaum merkbar. Die Entspannung kam dann zur Mittagspause auf dem Land, nicht in den Booten, versteht sich. Nach rund 16 Kilometern erwartete uns das erste Picknick - Gemüserisotto - hergerichtet durch Ruedi W. und Stephan C. und was gibt es hierzu mehr zu sagen, als es war «hervorragend», «köstlich», «so gemütlich».

       

Doch gemütlich hörte dann auch wieder auf, denn es hiess, retour in die Boote – da und dort wurden auch wieder Positionen getauscht, sodass auch der eine oder andere, der am Vormittag nicht zum Rudern kam, rudern konnte.

Während wir die rund 15 Kilometer zur Ausstiegsstelle nach Kemp Bor (Trhovky) weiterruderten, konnten wir auch hier die wunderschöne Landschaft am Orlik Stausee
bewundern. An der Ausstiegsstelle angekommen, hiess es die Boote wieder abriggern - danke Stephan C. dass du jedes Mal so gut organisiert bist, und uns das Chaos erspart hattest - und ab in den Bus, retour ins Hotel und dann ab zum Abendessen ins «Restaurace na Statku».

       

Am Mittwoch ging es zeitig in der Früh nach Kamýk nad Vltavou, ehe wir dort die Boote aufriggerten, der Bootseinteilung lauschten und uns abfahrbereit machten. Die Bootseinteilung wechselte jeden Tag, sodass mehr oder weniger, jede/r mal mit jedem ruderte.

Kaum war das erste Boot auf dem Wasser, wurde festgestellt, dass die Ruder noch im Bus waren. Ups, kann passieren. Dass es danach noch ein Boot gab, wo die Auslegerschrauben nicht festangezogen waren – dies wurde erst beim Einwassern bemerkt – liess darauf schliessen, dass wir schon jetzt zu wenig Schlaf hatten. Naja, kommt vor, und das Vergessen der Ruder im Bus, oder das nicht festziehen der Auslegerschrauben kam dann nicht mehr wieder vor. Immerhin hatten wir das gelernt. Wir ruderten mal mehr, mal weniger im Konvoi, ehe wir nach 18 Kilometer – mit kurzer Pause auf dem Wasser, zum Trinken sowie auch zum Schlag gegen Steuer tauschen – in «Cholin» ankamen, dort die Boote soweit versorgten, - auch hier stellte sich wieder heraus, dass es von Vorteil war, beim Auswassern das letzte Boot zu sein, denn so konnte das Boot von der Erfahrung und der besten Option, wie man an einer Werft zwischen mehreren Booten, am besten auswasserte, profitieren - dass wir sorgenfrei Mittagessen gehen konnten, und danach wieder gestärkt in die Boote einstiegen.

Die verbleibenden 17 Kilometer am Nachmittag wurden grossteils auch im Konvoi wieder gerudert, dann und wann gab es auch da die eine oder andere Trink- und Platztauschpause, ehe wir dann beim Hotel Laguna ankamen, die Boote abriggerten, verluden und wir nur mehr die wenigen Schritte vom Wasser bis ins Hotel gehen mussten. Bevor es zum Abendessen ins «Restaurace Svatojánská Rotunda» ging, genossen die eine/n oder andere/n eine Abkühlung in der Moldau, oder einen Plausch auf der Hotelterrasse.

Nein, wir waren nicht nur am Essen, auch wenn es einem beim Lesen so vorkommt. Untertags ruderten wir, mittags und vor allem abends hatten wir uns das Essen stets verdient.

Am Donnerstag erwartete uns die erste Schleuse. Um diese zu erreichen, fuhren wir nach Štěchovice, wo es wieder hiess die Boote aufriggern, der Bootseinteilung lauschen, parat machen und ab aufs Wasser.

Kaum auf dem Wasser, liessen wir schon unsere erste Schleuse «Schleuse Vrané» hinter uns, halfen uns gegenseitig, diese zu meistern, ruderten die 11 Kilometer weiter, und kamen dann, nach rund weiteren 4.5 Kilometern in Zbraslav an, wo uns ein köstliches Picknick – dieses Mal Pasta mit Tomatensauce und als Dessert Obst - zubereitet durch Ruedi W. und Stephan C. erwartete. Warum man stets nach so geschmackvollen Picknicks wieder aufs Wasser musste? Diese Frage stellten wir uns alle, denn das Picknick und das rundherum waren so gemütlich und die Pause tat – in der Sonne oder im Schatten liegend – gerade sehr gut.

             

Nun ja, eben, wir waren auf Rudertour und nicht auf Essens- und Ruhepausentour, daher liessen wir die Boote wieder aufs Wasser, nahmen unsere Plätze ein – da und dort wurde auch wieder getauscht - und ruderten über die Schleuse Modřany bis nach Prague 4 Branik weiter, wo wir wieder auswasserten und dieses Mal die Boote nur lagern mussten. Welch ein Glück, dass wir dann die Boote mal nicht abriggern mussten. Auch hier hiess es dann wieder, ab in den Bus, ab ins nächste Hotel – wir hatten noch einen geplanten Hotelwechsel ins «Hotel Clement Prague» – Zimmer beziehen, fertig machen und ready sein fürs Abendessen in der «WoodHouse Lounge».

Unser letzter Rudertag auf der diesjährigen Auslandsrudertour brachte uns zurück zu den Booten, die wir ja am Vorabend nicht verladen mussten, lauschten auch da wieder der Bootseinteilung und machten uns abfahrbereit. Bereit für 2 Runden bei der Schleuse Smichov, ehe es zurück nach Prague 4 Branik ging.

       

Nach den 18 Kilometer am letzten Rudertag merkte der/die eine oder andere schon auch, was es für ein Segen war, das Sitzkissen nicht nur mitgehabt zu haben, sondern auch genutzt zu haben. Oder auch, wie nützlich die Wasserflaschen – zum Trinken – in den Booten waren, ebenso wie gut es tat, eine Kopfbedeckung am Kopf gehabt zu haben.

Ein letztes Mal – auf der diesjährigen Auslandsrudertour – hiess es, die Boote abriggern und auf den Anhänger bringen, sodass Stephan C. die Boote dann am Folgetag wieder nach Zürich und nach Eglisau bringen konnte.

Aber erst, nach dem Diner d’adieu - in den vorab verteilten einheitlichen Polo-Shirts - im Restaurant «Letenský zámeček».

Aus Tradition wurden die Abschlussworte beim letzten gemeinsamen Auslandsrudertourenabendessen vom altersmässig Erfahrensten gehalten. Stephan F. teilte seine Reminiszenzen aus seiner Sicht mit und erwähnte nicht nur das Dessert am ersten Abendessen, das gute Frühstücksbuffet im Hotel, sowie auch die verwirrende Tatsache, dass wir die einzigen Gäste im Hotel waren. Seine zweite Reminiszenz betraf die verschiedenen Auf- und Abriggerphasen mit den zahlreichen Hinweisen sämtlicher Überklugen, denen Stephan C. sich stoisch entgegensetzte. Die nächste Reminiszenz betraf die verschiedenen Inputs betreffend der besten Rudertechnik – auch hier gab es sämtliche Ersatzcoaches, die mit ihren Inputs nicht hinter Licht halt machten. Die vierte Reminiszenz betraf die unschlagbaren Picknicks „dejeuner sur l‘herbe“ - durch Ruedi W. und Stephan C, gefolgt vom grandiosen Transport. Als letzten Punkt nannte Stephan F. die durchgeplante, hervorragende, strukturierte Organisation - die durchgehend funktioniert hat – und die Gelassenheit von Marcel K. Und mit all seinen Punkten, hatte Stephan F. genau die richtigen Worte getroffen. Man hätte es nicht besser kommunizieren können.

Anschliessend liess sich auch Stephan C. nochmals dazu hin uns allen zu danken, und erwähnte seine beiden Lieblingsbuchstaben «H» und «S» - wir lernten über die Tage hinweg, dass «H» und «S» nicht für «Hure Seich» standen, sondern für «Hohe Schule». Welch Glück für uns alle!

Marcel K. dankte allen, die vor und während der Tour einen massgeblichen Beitrag leisteten, insbesondere Peter V. – der mit Marcel K. zwei Mal rekognoszieren war -, Stephan C. für den Bootstransport, Ruedi W. für den Personentransport und die hervorragende kulinarische Verpflegung zusammen mit Stephan C., mir, weil ich wieder dazu bereit erklärte den Bericht zu schreiben sowie allen, die bei der diesjährigen Auslandsrudertour dabei waren.

Brigitta T. übernahm dann ebenso noch kurz das Wort und dankte nebst Marcel K. auch Peter V., Stephan C. und Ruedi W. auch im Namen von uns allen, für diese tolle Tour! Auch beim letzten gemeinsamen Abendessen in Prag - bei toller Aussicht über die Stadt - wurde gut gegessen, viel gelacht - wie auf der gesamten Tour auch - und viele Erfahrungen ausgetauscht. Wir sollten nach dem vielen guten Essen eigentlich nach Zürich retourrudern, statt mit dem Bus fahren! Doch jedes Abendessen wurde dann und wann beendet, so auch dieses, um wieder retour ins Hotel zu gelangen, eine letzte kurze Nacht hier zu verbringen und dann am nächsten Tag – nochmals zeitig – in den Bus zu steigen, um retour nach Zürich bzw. Eglisau zu gelangen. Die einen oder anderen blieben in Prag und verlängerten das Wochenende vor Ort mit einem Städtetrip, auch eine gute Idee.

Mit vielen schönen, amüsanten, lehrreichen Momenten endete auch diese gemeinsame Auslandsrudertour, die wieder hervorragend von allen Mitwirkenden – darunter vor allem Marcel K., Peter V., Ruedi W. und Stephan C., - organisiert wurde und den Vorabinfos vom Programm entsprachen. Diese lauteten:

  1. Teil 1: Abenteuer Orlík-Stausee Rudern auf einem ausgewählten Abschnitt des Sees. Aufgrund von Bauarbeiten an der Talsperre ist der Pegel künstlich abgesenkt – das legt die alten Felswände frei und bietet uns eine einmalige, raue Kulisse.
  2. Teil 2: Das Slapy-Idyll – Von Kamýk nad Vltavou über Cholín durch die tiefen Täler und sanften Kurven des Slapy-Sees.
  3. Teil 3: Der Start nach Prag – Auftakt unterhalb der Schleuse Štěchovice (gute 10m Unterschied), gefolgt von technischer Präzision an den Schleusen Vrané und Modřany bis zum Etappenziel Prag 4 Braník.
  4. Teil 4: Das urbane Finale – Sightseeing aus der Bootsperspektive mit der Passage der Smíchov Schleuse (knappe 2m tief aber über 150m lang) und dem unvergesslichen Blick auf die Karlsbrücke

Was bleibt? Tolle Erinnerungen, das eine oder andere Kilo mehr, die eine oder andere Blase mehr auf den Händen. Also alles, was zu einer erfolgreichen Auslandsrudertour dazu gehört. Danke auch an jene freiwilligen HelferInnen, die zwar nicht an der Tour dabei waren, jedoch vor Ort in Zürich und Eglisau beim Ver- bzw. Abladen mitgeholfen haben. Auch euch gebührt ein Dank.

In diesem Sinne, DANKE es war wunderschön und bis zum nächsten Mal.
Dr. Renée Nicole Wagner – 31. August 2026

Zusammenfassung: 
Eine weitere tolle Auslandsrudertour, mit insgesamt 27 SeeclüblerInnen, vom Orlik Stausee bis nach Prag, an der 110 Kilometer gerudert wurden, ging nun auch zu Ende. Wir hatte nebst perfektem spätsommerlichem Ruderwetter, eine sehr harmonische Stimmung, viel Spass, gute Gespräche, köstliches Essen und sind um eine Erfahrung sowie eine Auslandsrudertour reicher. All jene, die 2023 an der Auslandstour an der Mosel dabei waren, stellten fest, dass es auch hier eine grosse Ähnlichkeit zwischen der Mosel und der Moldau gab. So gab es auch hier zahlreiche Campingplätze und freiwillig wollte niemand hier im Wasser schwimmen. Was war an der Moldau anders als auf der Mosel? Auf der Moldau kamen uns immer mal wieder andere Ruderboote entgegen, ebenso diverse Motorboote, die stets mit Vollgas an uns vorbeizogen und zahlreiche Fischer, die sich ihr Mittag- oder Abendessen verdienten.

Off Recordmeldungen:

  • "Fahrt durch den Wald - ich weiss nicht, ob ich richtig bin, ich verlasse mich auf euch. Ich habe keine Ahnung - ihr habt das gleiche Navi"
  • "Nur noch 13km - wir kommen Meter für Meter vorwärts» «Sind wir da richtig? Ich glaub schon, aber Ahnung hab ich keine"
  • "Da hats einen Teich." "Das hats hier viele." "Aber den kennen wir."
  • "Wenn auf der Route statt weniger Kilometer immer mehr werden, dann ist was komisch."
  • "Seid ihr frisch u munter?" "Fast wie auf normaler Betriebstemperatur."
  • Bootseinteilung – Kommunikation von Bootschef zu Bootschef "du machst in der Früh auch schon Personensudoku, oder?"
  • "Da fällt mir noch eine in den Hals."
  • "Hast du ein Glace bestellt?" "Nein, wir haben nur drüber geredet."
  • "Du hast ein schönes Liebli an."
  • "Immer wieder schön, wenn’s schön ist.